St Patrick rockt die Welt!

Mittlerweile wird der St. Patrick's Day auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gefeiert. Dabei hat das Fest einen Umweg über andere Kontinente nehmen müssen, um von Irland bis nach Mitteleuropa zu gelangen.


Wie der Name schon sagt, wird am St. Patrick's Day an den irischen Schutzpatron und Nationalheiligen St. Patrick erinnert. Auch wenn die Figur wahrscheinlich nur eine zusammengestrickte Legende ist, feiern die Iren ihre Ikone am 17. März, seinem angeblichen Todestag.

Das erklärt natürlich noch nicht, wie das Fest bis nach Mitteleuropa vordringen konnte. Tatsächlich ist das eine lange Geschichte. Die erste Etappe beginnt im 18. Jahrhundert als viele Iren in englische Kolonien, wie USA, das heutige Kanada, Australien und Neuseeland, auswanderten. Sie brachten den Festtag mit in ihr neue Heimat, wo er erstmalig seinen Charakter veränderte.

War der Tag vormals eine rein religiöse Angelegenheit, mutierte er auswärts beinah zur Karnevalsveranstaltung. Das kam daher, dass in den ethnischen Schmelztiegeln der Kolonien diverse Nationalitäten ihre Brauchtümer pflegten. Und da wollten die Iren natürlich in nichts nachstehen. So wurden aus Umzügen auffällige Paraden. In den Städten präsentierten sie ihre Kultur. Hüte, Jacken und Bänder tauchten die Umzüge in die irische Nationalfarbe grün.

Auch gehörten Fahnen und Musikkapellen dazu. In den USA wurden gar Gewässer und Brunnen eingefärbt, um der Umgebung seinen irischen Stempel aufzudrücken. Mit der Verbreitung der Elektrizität ergab sich später noch eine weitere Möglichkeit, grüne Beleuchtung. Nach der Parade, ging es meistens zu einem Bankett. Oder zum gemütlichen Beisammensein ins Pub. Und natürlich wurde auch da das Brauchtum weiter gepflegt, durch den Konsum großer Menge irischen Biers und Whiskys.

Unterdessen waren die Sitten in Irland selber weniger spektakulär. Die schrillen Bräuche der Verwandtschaft aus Übersee schwappte erst Ende des 19. Jahrhunderts in die alte Heimat. Brauereien, Pubs und Händler wussten das natürlich zu schätzen, verdienten sie doch prächtig an den importierten Moden. Und weil eine Gelegenheit zu feiern nicht nur in Irland auf viel Gegenliebe stößt, nutzten auch andere das Fest für ihren Umsatz. Mit den prächtigen Paraden, grünen gefärbten Gewässern und der Beleuchtung ließ sich die Sache ausgzeichnet visualisieren. Das Marketing von Handel und Gatswirten in Mitteleuropa zündete. Kneipengänger und Liebhaber rauer irischer Sitten fingen sofort Feuer und huldigten fortan ebenfalls St. Patrick an seinem Ehrentag. Wohlgemerkt nicht indem sie Kirchen besuchen oder durch die Straßen ziehen, sondern erhebliche Größenrodnungen irischen Alkohols verschwinden lassen.

Brauereiwirtschaft und Gastronomie kommt das gewiss sehr entgegen. Irische Traditionalisten und Kleriker haben da eine ganz andere Haltung. Nach ihrer Deutung ist der ehemaligen Feiertag zu einer großen Party, auf der laut gesungen, wild getanzt und ausgiebig getrunken wird, verkommen. Das Publikum hierzulande dürfte sich aber davon nicht beeindrucken und sich den Spaß auch weiterhin nicht verderben lassen!

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