Machtmissbrauch und Bereicherung, war St. Patrick ein Krimineller?!

Nicht jeder, der als Heiliger verehrt wird, darf auch als Vorbild gelten. Manchmal waren die Lichtgestalten Verbrecher der schlimmsten Sorte und es zählte nur der Dienst an der Nation für den Ruf als Held oder Heiliger. Allerdings muss man auch sagen, dass die Sitten früher generell rauer waren. Da wurde geplündert und gemordet, schnell landete man am Galgen oder es wurde jemanden der Kopf abgehakt, was einem ganz schön den Tag verderben konnte, wenn man selbst betroffen war.

Saint Patrick jedenfalls lebte zu solche unfreundlichen Zeiten. Nach der Überlieferung wurde er einmal ausgeraubt und um alle seinen Besitz gebracht. Man legte ihn in Ketten und sogar der Hinrichtung sah er sich gegenüber. Doch das Übel kam auch von einer anderen Seite. So stand er selber vor Gericht, da ihm finanzielle Bereicherung vorgeworfen wurde. Angeblich hatte er sich mit seinem Bischofsamt persönliche Vorteile erschlichen. Jedoch war er dafür bekannt, weder Geld noch sonstige Geschenke anzunehmen. Doch gerade das verschaffte ihm Feinde. Ließ er sich doch mit dieser Haltung schwer beeinflussen und war den Interessen der weltlichen Eliten so kaum sonderlich dienlich. Nicht nur, dass ihm als Ausländer das Gesetz kaum Schutz bot. Er genoss damit auch keinen Unterstützung durch Clan-Chefs oder Könige.

Ganz im Gegenteil: Bei denen war er teilweise höchst unbeliebt, denn in seiner Rolle als christlicher Missionar bekehrte er nicht nur angeblich Tausende zum Christentum, sondern bewog selbst reiche Damen und die Söhne von Königen dazu, ins Kloster zu gehen. Das war den Herrschaften in vielen Fällen ein Dorn im Auge. So kann es kaum wundern, dass sich Feinde fanden, die ihm Machtmissbrauch und Habgier nachsagten. Jedoch sind nur die Vorwürfe überliefert. Ob sie berechtigt waren, ist nicht bekannt. Erst recht nicht, dass er verurteilt worden wäre. Wahrscheinlich war er sauber und es handelte sich nur um üble Nachrede. Wissen, kann man es nicht. Und dennoch wäre es - selbst wenn etwas dran wäre - überzogen, sich heutzutage davon den Paddy's Day verderben zu lassen.

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